Andreas Morth

Maschinenarbeiter. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1902    † 1942

 

Lebenslauf

Andreas Morth wurde am 16.11.1902 in Theresienfeld (Niederösterreich) geboren. Er war Maschinenarbeiter in Wien. 1924 schloß er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich an.

Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe, Unterbezirksleiter

1937 schloß sich Andreas Morth der KPÖ an. Er war Mitglied der kommunistischen Widerstandsgruppe im Siemens-Schuckertwerk (Wien-Leopoldau), und fungierte als Unterbezirksleiter in Kagran.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 21. 2. 1941 wurde Andreas Morth verhaftet und am 27. 8. 1942 gemeinsam mit Max Anton Schädler, Franz Stelzel, Alfred Svobodnik, Johann Hojdn, Alfred Goldhammer, Felix Pfeiffer, Antonia Mück und Franz Mittendorfer (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 10.11.1942 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Im Sommer 1939 wurde er von einem Funktionär a. d. Gebiet Wien-Leopoldstadt für die illegale Tätigkeit gewonnen und mit Matthias ­Pista bekannt gemacht. Entsprechend der Aufforderung des Pista (…) organisierte er in Kagran mehrere kommunistische Zellen, darunter die Betriebszelle in der Lackfabrik Reichhold, Flügger & Böcking mit den von ihm nacheinander eingesetzten Kassierern, dem Schlossergehilfen Johann Bauer, den Hilfsarbeiterinnen Anna Binder und Hermine ­Reiter, sowie dem Hilfsarbeiter Rudolf Kuppelhuber. Ferner gründete er die Straßenzellen in der Stadtrandsiedlung mit dem Fassadergehilfen Robert Raus als Zellenleiter.“

Mahnmal, Gedenktafel, Benennung einer Verkehrsfläche nach Andreas Morth

Sein Name steht auf einem 1949 enthüllten Mahnmal der Firma Siemens AG Österreich (Wien 21, Siemensstraße 88-92); ebenso auf der 1988 von der KPÖ-Donaustadt gestifteten Gedenktafel (Wien 22, Wurmbrandgasse 17); seit 1988 ist in Wien-Donaustadt eine Verkehrsfläche (Andreas Morth-Weg) nach ihm benannt.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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